Montag, 16. März 2009

Warum übt man Qigong?

In meinen Kursen werden immer wieder sehr interessante Fragen gestellt. Eine Frage, die immer wiederkehrt, lautet: "Warum übt man Qigong?". In der Krankenkasse wird Qigong eingestuft als "Entspannungstechnik", ähnlich wie Autogenes Training, Entspannung nach Jacobsen, Meditationsreisen ...


Was ist Qigong und warum sollte ich es praktizieren?


Ein sehr schöner Satz, den ich in einem Buch gefunden habe, lautet: "Wo Autogenes Training aufhört, da fängt Qigong an."


Anfänglich ist (bewegtes) Qigong eine mehr oder weniger einfache körperliche Übung. Dann werden die Übungen zunehmend komplizierter und ich muß mich sehr genau auf den körperlichen Ablauf konzentrieren. Man beübt also sein "Körpergefühl".

In dieser Anfangszeit kommen immer wieder die Fragen auf: "wann muß ich wie atmem, woran muß ich alles denken..." Sie kennen vielleicht die ganzen "W-Fragen".

Dann erkennen die Leute, daß man sich zuerst mit der Bewegung vertraut machen muß. Der Rest kommt dann ganz von alleine. Die Atmung wird bei mir im Kurs vielfach "ausdiskutiert". Dies bedeutet, jeder versucht seinen Atem bei der Übung zu verfolgen und dann werden "statistische Erhebungen" gemacht, wer wann wie geatmet hat. Meist hat die Gruppe zu 100 % gleich geatmet. Hieran erkennen die Leute, daß man anfänglich über die (natürliche) Atmung recht wenig erzählen muß. Bei den schwierigeren Übungen fällt es den Leuten sehr schwer, die Bewegung mit der (bewußten) Atmung zu verbinden. Also lassen wir dies weg. Erst säter, wenn die Bewegung automatisiert ist, dann kann dieser Themenbereich vertieft werden. Dann haben sich aber andere Fähigkeiten entwickelt, so daß dann das Wahrnehmungsvermögen vergrößert wird.


Qigong-Üben heißt also immer das Gleiche tun, um dann doch immer wieder etwas Neues zu entdecken.


Bei der Diskussion "Warum man übt", kamen wir heute auf den Aspekt der Unsterblichkeit. Dies war auch ein Übungsziel der alten Erimiten. Allerdings ist das heutzutage mit einem 8-Stunden-Arbeitstag auch nicht mehr zu vereinbaren. Heute wird Qigong mehr zur Meditation, Entspannung, Bewußtwerdung der Körpers eingesetzt. Daneben werden motorische und geistige Fähigkeiten geschult.

Qigong zur Stärkung der "Kampf-Technik" wird in den Kursen völlig abgelehnt. Ein guter Karate-Lehrer hat dadurch allerdings seine Technik (Schlag-Härte und -Schnelligkeit) stark verbessert. Seine Schüler haben sich ihm allerdings nicht angeschlossen. ("zu weiche Technik", Soft-Kram...)


Aber Qigong ist noch viel mehr. Später mehr dazu.


Infos zur Person



vertiefende Literatur:

 
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